Preisniveau in Deutschland vergleichsweise günstig
2011 lag das Preisniveau in Deutschland zwar leicht über dem EU-Durchschnitt, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Im Vergleich zu unseren Nachbarländern sind die Lebenshaltungskosten in Deutschland aber mit am günstigsten.
Verglichen wurden die Preise für Waren und Dienstleistungen aller Art, stellvertretend für die Lebenshaltungskosten durchschnittlicher Privathaushalte, in den 27 EU-Ländern. Zusätzlich wurden auch die Preisniveaus der EU-Beitrittskandidaten und der EFTA-Staaten bestimmt.
Danach lag das Preisniveau in Deutschland 2011 etwa 3 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Klingt teuer, ist es aber nicht: In fast allen Nachbarländern sind die Lebenshaltungskosten höher. Dänemark im Norden ist sogar das teuerste EU-Land überhaupt (42 Prozent über dem Durchschnitt). Und im Süden belegt die Schweiz den Spitzenplatz im europäischen Gesamtvergleich (62 Prozent über dem Durchschnitt). Günstiger sind die Preise im nachbarschaftlichen Vergleich nur in Tschechien und in Polen (mit 23 bzw. 40 Prozent unter dem Durchschnitt).
Insgesamt unterscheiden sich die Preisniveaus der einzelnen Länder erheblich. Neben Dänemark und der Schweiz hat Skandinavien die höchsten Lebenshaltungskosten: Norwegen liegt 51, Schweden 28, und Finnland 25 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Am niedrigsten sind die Verbraucherpreise in Osteuropa. In Bulgarien liegen die Lebenshaltungskosten knapp 50 Prozent unter dem EU-Durchschnitt, in Mazedonien sogar noch etwas niedriger.
Vergleichsweise hoch sind in Deutschland die Energiepreise (16 Prozent über dem Durchschnitt). Mit Ausnahme von Dänemark sind die Kosten für Strom, Gas und Mineralölprodukte in allen Nachbarländern günstiger, selbst in der Schweiz. Im Bereich der Kommunikation schneidet Deutschland dagegen sehr günstig ab, hier liegt das Preisniveau 18 Prozent unter dem Durchschnitt. Post sowie Telefondienste und -equipment sind in den meisten Nachbarländern teurer.
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