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Staatsanleihen – Staaten Geld leihen

Staatsanleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die von verschiedenen Ländern ausgegebenen werden. Neben regelmäßigen Zinszahlungen können Anleger auch von Kursgewinnen an der Börse profitieren.


Die meisten Staaten geben Staatsanleihen aus. Für Regierungen sind Staatsanleihen ein probates Mittel, sich Geld zu leihen, um Löcher im Staatshaushalt zu stopfen. Die hierzulande bekanntesten sind die Bundeswertpapiere der Bundesrepublik Deutschland.

Die meisten Staatsanleihen werden an der Börse gehandelt. Hier können Anleger sie kaufen und auch wieder verkaufen. Der Handel erfolgt nach ihrem Nennwert, man kauft also beispielsweise Staatsanleihen im Wert von 5.000 Euro. Die Börsenkurse werden meist in Prozent des Nennwertes notiert. Entsprechend können sie über oder unter dem Nennwert liegen.

Die Anleger betätigen sich damit praktisch als Kreditgeber für den emittierenden Staat. Dafür zahlt der Staat Zinsen, und am Ende der Laufzeit den vollen Nennwert seiner Staatsanleihen an die Anleger zurück. Zinsen und Laufzeiten legt der Staat bei der Emission selbst fest. Die meisten Staatsanleihen haben feste Zinsen (bei Anleihen spricht man auch von Kupon), die über die gesamte Laufzeit gelten. Die Laufzeiten sind ebenfalls meist fest, und können wenige Monate bis mehrere Jahrzehnte dauern. Eine vorzeitige Kündigung ist bei den meisten Staatsanleihen nicht vorgesehen; Anleger können sie aber, je nach Liquidität, jederzeit an der Börse kaufen und wieder verkaufen.

Staatsanleihen bieten regelmäßige Zinsen und die Chance auf Kurssteigerungen an der Börse.

Wer in Staatsanleihen investiert, hat zum einen Aussicht auf einen gewinnbringenden Wiederverkauf an der Börse, wenn die Kurse während der Laufzeit ausreichend steigen. Alternativ können Staatsanleihen auch (vorzugsweise zu einem Kurs unter Nennwert) gekauft und bis zum Ende ihrer Laufzeit gehalten werden. Denn dann erhalten die Anleger den vollen Nennwert zurück; bei diesem Szenario ist der Kursgewinn also sicher.

Zum anderen bringen Staatsanleihen über die gesamte Haltedauer hinweg Zinsen, die in der Regel jährlich an die Anleger ausgezahlt werden. Im Finanzjargon werden solche regelmäßigen Zahlungen auch Renten genannt, weshalb man Staatsanleihen auch als Rentenpapiere oder sogar selbst als Renten bezeichnet. Weitere Bezeichnungen sind Obligationen oder Bonds.

Die Höhe der Zinsen richtet sich im Wesentlichen nach der Laufzeit der Anleihen, dem allegmeinen Zinsumfeld bei ihrer Emission, und natürlich nach der Kreditwürdigkeit des herausgebenden Staates: Staaten mit hoher Bonität können ihre Anleihen zu sehr niedrigen Zinsen anbieten. Hier können Anleger auf Sicherheit setzen, müssen aber Abstriche bei der Rentabilität machen. Je geringer die Bonität ist, desto höhere Zinsen muss ein Staat bieten. Das eröffnet Anlegern lukrative Renditechancen, bringt aber eben auch entsprechende Risiken mit sich.

Staatsanleihen im Überblick

  • Sicherheit – abhängig von der Sicherheit des Emittenten (Zahlungsausfallrisiko bei Staatspleite), Kursrisiko durch Börsenhandel, Währungsrisiko bei Fremdwährungsanleihen.
  • Liquidität – im Prinzip hoch; aus Kostengründen und damit Gründen der Rentabilität meist am besten aber mittel- bis langfristige Geldanlage geeignet.
  • Rentabilität – Zinsen und Chancen auf Kursgewinne, beides je nach Risikobereitschaft des Anlegers.

Weitere Informationen, auch zu Kosten und Rentabilität von Staatsanleihen, finden Sie in unserer Serie Anleihen, Bonds, Renten.

Lesen Sie weiter: Unternehmensanleihen – Unternehmen Geld leihen


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Dieser Artikel ist folgenden thematischen Stichworten zugeordnet:
Geldanlage - Sparen - Tagesgeld - Festgeld - Zinseszins - Rendite - Vorsorge - Steuer