Zinsen beim Sparbrief
Die Kreditinstitute bieten verschiedene Varianten von Sparbriefen an, die sich im Zeitpunkt der Zinsauszahlung und in der Zinshöhe unterscheiden.
Beim Sparbrief mit jährlicher Zinsauszahlung werden die Zinsen dem Anleger jeweils zum Jahresende auf einem separaten Girokonto gutgeschrieben. Die Zinserträge sind damit sofort verfügbar. Das Sparbriefguthaben ändert sich nicht, und wirft bei gleichem Zinssatz auch im Folgejahr wieder den gleichen Zinsertrag ab.
Beispiel: Ein Kunde kauft einen Sparbrief für 20.000 Euro zu 2 Prozent Zinsen, Laufzeit 5 Jahre. Jedes Jahr werden ihm 400 Euro ausgezahlt. Der Gesamtzinsgewinn nach 5 Jahren beträgt 2.000 Euro.
Beim Sparbrief mit Zinsansammlung werden die Zinsen jeweils zum Jahresende dem Sparbrief gutgeschrieben, und erst zum Laufzeitende ausbezahlt. Sie sind also nicht gleich verfügbar. Dafür wächst das Sparbriefguthaben, wodurch auch der Zinsgewinn von Jahr zu Jahr selbst bei gleichbleibendem Zinssatz zunimmt (Zinseszinseffekt).
Beispiel: Ein Kunde kauft einen Sparbrief für 20.000 Euro zu 2 Prozent Zinsen, Laufzeit 5 Jahre. Der jährliche Zinsgewinn bleibt im Sparbriefguthaben und wird mitverzinst. Der Gesamtzinsgewinn nach 5 Jahren beträgt 2.081,62 Euro.
Der abgezinste Sparbrief (mit Zinsansammlung) funktioniert wie die vorige Variante, nur wird hier ein bestimmter Endbetrag angepeilt. Davon werden die erwarteten Zinsen und Zinseszinsen abgezogen, woraus sich das nötige Startguthaben ergibt.
Beispiel: Ein Kunde möchte heute Geld anlegen, um in 5 Jahren bei 2 Prozent Zinsen 20.000 Euro zu erhalten. Durch Rückrechnen ergibt sich ein Kaufwert (Startguthaben) von 18.114,62 Euro, die in 5 Jahren dann die restlichen 1.885,38 Euro an Zinsen erwirtschaften.
Darüber hinaus können Sparbriefe sich in der Zinshöhe unterscheiden. Beim Sparbrief mit Festzins bleibt die Zinshöhe über die gesamte Laufzeit hinweg konstant.
Daneben gibt es Sparbriefe mit steigendem Zinssatz, bei denen der Zinssatz mit jedem Anlagejahr ansteigt, beispielsweise um jeweils 0,1 oder 0,25 Prozentpunkte. Diese Sparbriefe können häufig schon vor Laufzeitende gekündigt werden. Rentabel ist das aber nicht, da der Zinssatz in den ersten Anlagejahren vergleichsweise niedrig ist.
Bei der Wahl der Zinsvariante sollte man berücksichtigen, dass Zinseinkünfte aus Sparbriefen der Abgeltungssteuer unterliegen. Weniger Zinsen, auf mehrere Jahre verteilt, können steuerlich günstiger sein als ein hoher Einmalbetrag.
Sparbriefe sind, ähnlich wie Festgeld, eine sehr sichere, planbare und zudem kostengünstige Geldanlage, denn Sparbriefe verursachen keinerlei Zusatzkosten. Im Unterschied zu Festgeld bieten Sparbriefe aber mehr Zinsoptionen und bringen bei längeren Laufzeiten auch höhere Zinsen.
In Niedrigzinszeiten ist es allerdings ratsam, Geld nicht allzu langfristig im Sparbrief festlegen.
Der Sparbrief im Überblick
- Sicherheit – sehr hoch, durch Einlagensicherung deutscher Banken und Sparkassen.
- Liquidität – gering bis sehr gering.
- Rentabilität – mäßig, abhängig von Zinssatz und gewählter Zinsvariante.
Lesen Sie weiter: Zuwachssparen – steigende Zinsen
Zuwachssparen – Zinsrechner für jährliche StaffelzinsenDer Zinsrechner zum Zuwachssparen bzw. Wachstumssparen ermittelt bei jährlich unterschiedlichen Zinssätzen (z.B. Bundesschatzbriefe) die Guthabenentwicklung und Rendite. |
Zinsrechner für einmalige GeldanlageDer Zinsrechner berechnet wahlweise Endkapital, Laufzeit, Zinssatz oder Anfangskapital für Einmalanlagen – wahlweise mit oder ohne Zinseszins, und mit unterjähriger Verzinsung wahlweise linear oder exponentiell. |
Festgeldrechner für monatsweise GeldanlageDer Festgeldrechner ermittelt für monatsweise angelegtes Festgeld wahlweise Zinsertrag, Laufzeit, Anlagekapital oder Zinssatz. |
Tipps für die richtige Geldanlage
Zinsen beim Sparbrief
Zuwachssparen – steigende Zinsen
Sparplan – regelmäßige Sparrate
Prämiensparen – Sparplan mit Prämienbonus
Gold in physischer Form – Goldbarren und Goldmünzen
Weitere Edelmetalle – Silber, Platin, Palladium
Bundeswertpapiere – Wertpapiere des Bundes
Staatsanleihen – Staaten Geld leihen
Unternehmensanleihen – Unternehmen Geld leihen
Aktien – Anteilseigner von Unternehmen sein
Aktien – in der Ruhe liegt der Gewinn
Aktienanleihen – hohe Zinsen mit hohem Risiko
Offene Investmentfonds – ausgewogen anlegen
Fondssparplan – regelmäßig investieren
Geschlossene Fonds wie Schiffsfonds und Immobilienfonds
Geschlossene Fonds – Goldgrube oder Geldgrab
Per Bausparvertrag zum Traum vom eigenen Haus
Bausparen – sicher, aber nicht ganz billig
Kapitalbildende Lebensversicherung
Immobilien – vermieten oder eigenes Heim?
Sachwertanlagen – materielle Güter
Sachwerte – spekulative Wertanlagen für Liebhaber
Alternative Investmentfonds (AIF)

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