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Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland

Tagesanleihe

Die Tagesanleihe ist das einzige Bundeswertpapier mit unbefristeter Laufzeit und täglicher Zinsgutschrift. Anlegern bietet sie ein Maximum an Sicherheit und Flexibilität; seit 2013 können Anteile aber nur noch ganz eingeschränkt erworben werden.

Die Tagesanleihe wurde erst 2008 vor allem als Anlagemöglichkeit für Privatanleger eingeführt. Sie funktioniert ähnlich wie ein Tagesgeldkonto, nur dass der Anleger hier sein Geld statt bei der Bank beim Staat anlegt: Die Tagesanleihe ist mit einem variablen Zins ausgestattet, der täglich angepasst werden kann und sich in diesem Fall am offiziellen Interbanken-Zinssatz EONIA (European OverNight Index Average) orientiert. Die Zinsgutschrift erfolgt täglich, wodurch sich ein entsprechend starker Zinseszinseffekt ergibt. Bei anderen Bundeswertpapieren werden Zinsen nur jährlich gutgeschrieben oder ausgezahlt.

Anleger konnten Anteile der Tagesanleihe bis 2012 jederzeit direkt bei der Finanzagentur erwerben; im Gegensatz zu anderen Bundeswertpapieren wurden sie nicht von Banken und Sparkassen ausgegeben. Dabei galt ein Mindestanlagebetrag von lediglich 50 Euro und ein Höchstanlagebetrag von 250.000 Euro pro Person und Tag. Da die Tagesanleihe unbegrenzt lange läuft, gibt es keine Fälligkeit in dem Sinn; Anleger konnten (und können, wo noch Anteile gehalten werden) sich ihr angelegtes Kapital samt Zinsen jederzeit einfach durch Rückgabe entsprechender Anteile der Tagesanleihe auszahlen lassen. Dabei sind Auszahlungen bis zu einer Million Euro pro Person und Bankarbeitstag möglich.

Für die überwältigende Mehrheit der Privatanleger bedeutete das praktisch uneingeschränkte Verfügbarkeit ihres angelegten Kapitals. Dazu ist die Tagesanleihe auch nach wie vor unschlagbar sicher: Sie wird nicht an der Börse gehandelt und unterliegt damit keinem entsprechenden Kursrisiko. Die Bundesrepublik Deutschland gilt als ausgesprochen sicherer Schuldner, womit auch ein Zahlungsausfall nicht zu befürchten ist, zumal Anleger sich im Zweifel ihr Kapital jederzeit zurück holen können. Das Emittentenrisiko ist also so weit wie nur möglich ausgeschlossen.

Mit den Zinsen sieht es dafür nicht so rosig aus. Angesichts höchstmöglicher Sicherheit und Liquidität und täglicher Verzinsung des Kapitals zum tagesaktuellen Zinssatz war die Tagesanleihe von vornherein relativ niedrig verzinst; praktisch jedes Tagesgeldkonto brachte mehr. Dafür hatten Anleger zumindest keine Extrakosten: Weder beim Kauf noch bei der Rückgabe fielen Gebühren an, und selbst die Verwahrung erfolgte kostenlos bei der Finanzagentur. Zinsgewinne unterliegen natürlich der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Infolge des anhaltenden Zinstiefs sank der Zins der Tagesanleihe 2012 aber schließlich auf glatte 0,00 Prozent, woraufhin der Bundes beschloss, die Ausgabe weiterer Anteile ab 2013 aus wirtschaftlichen Gründen weitgehend einzustellen.

Tagesanleihe seit 2013

Da die Tagesanleihe eine unbegrenzter Laufzeit besitzt, können Anleger, die nach 2012 noch Anteile besitzen, diese beliebig lange weiter halten. Ggf. zum Nullzins – die Finanzagentur versichert immerhin freundlicherweise, dass der Zins nicht unter 0,00 Prozent fallen wird. Rückgabe und auch die Übertragung von Anteilen sind weiterhin jederzeit möglich. Die Tagesanleihe kann nur in den kostenlosen Schuldbuchkonten der Finanzagentur verwahrt werden.

Der Kauf neuer Anteile der Tagesanleihe ist nur noch mit Zinszahlungen aus anderen Bundeswertpapieren möglich, und zwar auch nur solchen, die in den kostenlosen Schuldbuchkonten der Finanzagentur verwahrt werden. Dafür kommen also nur noch Bundesschatzbriefe infrage (bei denen die letzten 2019 auslaufen), sowie Bundesanleihen (normale und inflationsindexierte), die bis zum 21. August 2012 emittiert worden sind. Ob es sich lohnt, auf diese Art noch in die Tagesanleihe zu investieren, steht auf einem anderen Blatt – das sich wenden könnte, wenn die Zinsen wieder steigen.

Die Tagesanleihe im Überblick

  • Sicherheit – höchstmöglich. Kein Kursrisiko, Emittentenrisiko so ausgschlossen wie nur möglich.
  • Liquidität – praktisch höchstmöglich. Bis zu 1 Million Euro pro Person und Bankarbeitstag verfügbar.
  • Rentabilität – entsprechend niedrig. Zumindest gebührenfrei.

Lesen Sie weiter: 2013 – Aus für reine Privatanleger-Bundeswertpapiere


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