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Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland

Finanzierungsschätze

Finanzierungsschätze waren die Bundeswertpapiere mit der zweitkürzesten Laufzeit und insbesondere für Privatanleger konzipiert. Ihre Ausgabe wurde 2013 aus Kostengründen eingestellt.

Finanzierungsschätze konnten bis 2012 wahlweise direkt über die Finanzagentur oder bei Banken und Sparkassen erworben werden. Der Mindestanlagebetrag lag bei 500 Euro, der Höchstbetrag bei 250.000 Euro pro Person und Tag. Die Laufzeit betrug wahlweise ein oder zwei Jahre. Finanzierungsschätze waren damit zusammen mit den Unverzinslichen Schatzanweisungen die Kurzläufer unter den Bundeswertpapieren.

Die Besonderheit von Finanzierungsschätzen lag in ihrer Verzinsung. Finanzierungsschätze waren, wie die o.g. Unverzinslichen Schatzanweisungen, abgezinste Wertpapiere oder Diskontpapiere. Sie waren also nicht mit einem Zinskupon ausgestattet, sondern wurden direkt mit einem Zinsabschlag (Disagio), d.h. unter Nennwert verkauft und später bei Fälligkeit zum vollen Nennwert zurück gezahlt. Aus der Differenz zwischen Kaufpreis und Nennwert ergab sich der Gewinn und damit effektiv die Verzinsung.

Beispiel: Finanzierungsschätze mit einjähriger Laufzeit zum Nennwert von 1.000 Euro wird zum Kaufpreis von 975 Euro verkauft. Der Gewinn, entsprechend einer Verzinsung, beträgt 25 Euro. Dabei errechnet sich der Verkaufszins aus der Differenz bezogen auf den Nennwert, d.h. hier 25 ÷ 1000 = 2,5 Prozent. Der Effektivzins und damit die Rendite ergibt sich dagegen aus der Differenz bezogen auf den Kaufpreis, d.h. hier 25 ÷ 975 = 2,56 Prozent, und liegt damit sogar etwas über dem Verkaufszinssatz.

Finanzierungsschätze wurden nicht an der Börse gehandelt und unterlagen damit keinem entsprechenden Kursrisiko. Da die Bundesrepublik Deutschland über beste Bonität verfügt, war auch ein Zahlungsausfall mehr als unwahrscheinlich, zumal innerhalb der kurzen Laufzeit, womit auch das Emittentenrisiko vernachlässigbar war. Somit boten Finanzierungsschätze ihren Anlegern höchstmögliche Sicherheit. In Kombination mit den kurzen Laufzeiten ergaben sich darauf allerdings regelmäßig auch ziemlich niedrige Zinsen.

Die Laufzeiten waren ihrerseits fest. Finanzierungsschätze ließen sich vor Fälligkeit weder verkaufen, noch zurückgeben, noch kündigen; eine vorzeitige Auszahlung der Anlagesumme war also nicht möglich. Der Anlagezeitraum war zwar überschaubar, angelegtes Geld aber nicht ganz kurzfristig verfügbar.

Einstellung der Ausgabe von Finanzierungsschätzen ab 2013

Infolge des anhaltenden Zinstiefs warfen Finanzierungsschätze bis 2012 praktisch keinen Gewinn mehr ab. Dadurch war, trotz aller Sicherheit, die Beteiligung unter den Privatanlegern so weit zurück gegangen, dass der Bund beschloss, ab 2013 keine weiteren Finanzierungsschätze auszugeben. Die letzten Finanzierungsschätze sind 2014 ausgelaufen. Diese Entscheidung ist bis auf Weiteres endgültig, kann sich aber ändern, wenn die Zinsen wieder steigen.

Finanzierungsschätze im Überblick

  • Sicherheit – höchstmöglich. Disagio, kein Kursrisiko, Emittentenrisiko minimal.
  • Liquidität – mittelfristig. Laufzeit 1 oder 2 Jahre, kein vorzeitiger Ausstieg möglich.
  • Rentabilität – gering. Keine laufenden Zinsen, dafür Zinsabschlag bei Ausgabe. Eher geringe Rendite zu erwarten.
  • Ausgabe 2013 eingestellt.

Lesen Sie weiter: Bundesschatzanweisungen


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