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„Robos lohnen sich nicht!“ – Wir testen selbst und ordnen ein

„Lass bloß die Finger vom Robo-Advisor! Mein ETF ist um so vieles besser gelaufen!" Wir wollten wissen: Stimmen die Zahlen, die als Renditeunterschiede in den Raum geworfen werden, was macht ein Robo denn eigentlich so in der Praxis und wie sieht das aus Anlegersicht aus.

Der konkrete Auslöser für unseren Selbstversuch war eine attraktive Neukundenprämie eines bekannten Anbieters. Der perfekte Zeitpunkt um ohne großes Risko mal reinzuschauen, auch um gegebenenfalls passende Rechner zu entwickeln, die die gängige Praxis widerspiegeln. Also gings im März los: Wir haben bislang sechs Monate lang monatlich 100 Euro in eine 100-Prozent-Aktienstrategie des Robo-Advisors investiert und parallel exakt ausgerechnet, was dasselbe Geld im selben Zeitraum in einem kostenlosen DIY-Sparplan auf den einfachen MSCI World gemacht hätte.

Was macht ein Robo-Advisor eigentlich?

Bevor wir in die Auswertung eintauchen, lohnt sich ein Blick auf die Funktionsweise: Das Hauptziel eines Robo-Advisors ist die Automatisierung der Vermögensverwaltung. Das umfasst die anfängliche Risikoeinstufung, die Zusammenstellung eines ETF-Portfolios sowie die fortlaufende Überwachung und Anpassung der Gewichtung (Rebalancing).

Am Markt haben sich dafür zwei grundlegende Philosophie-Ansätze mit unterschiedlichen Zielsetzungen etabliert:

Unser für den Test gewählter Anbieter folgt diesem passiven, prognosefreien Prinzip. Auch bei einer gewählten 100-Prozent-Aktienquote bleibt das Portfolio jedoch nicht starr: Da das Kapital auf verschiedene ETFs aufgeteilt ist, verschieben sich die prozentualen Anteile dieser Bausteine durch unterschiedliche Wertentwicklungen kontinuierlich. Der Algorithmus greift hier ein, um das ursprüngliche Soll-Verhältnis zwischen den einzelnen Sub-ETFs wiederherzustellen. Genau dabei entstehen spezifische steuerliche und handelsbedingte Effekte, die wir in der Serie näher beleuchten.

Wichtig ist dabei: Jeder Robo-Advisor am Markt arbeitet nach eigenen Regeln, Verträgen und Logiken und wird sicherlich seine eigene, spezifische Darstellung haben. Unser Test ist die detaillierte Analyse eines spezifischen Anbieters und lässt sich in seinen konkreten Zahlen natürlich nicht eins zu eins auf andere Produkte übertragen. Was Sie jedoch aus dieser Serie mitnehmen können, ist der Blickwinkel: Wir zeigen Ihnen, was bestimmte Angaben bedeuten, wie Sie bestimmte Angaben im Dashboard entschlüsseln, und auch, welche Fragen Sie stellen können um Ihren eigenen Robo-Advisor (oder ETF-Sparplan) eigenständig auf den Prüfstand stellen.

Die Leitfragen hinter unserer Zwischenbilanz

Manche Fragen hatten wir von Anfang an im Kopf, andere taten sich erst auf, als wir während der Artikel-Recherche tiefer in die Abrechnungen und Dashboards blickten:

In unserer 5-teiligen Artikelserie gehen wir diesen Fragen nach. Wir decken versteckte Reibungsverluste auf und liefern Erkenntnisse, mit denen wir im Vorfeld nicht gerechnet haben - und zwar nicht nur im Negativen. Nutzen Sie unsere Erfahrungen, Berechnungen und Gedanken, um die teils hitzig geführte Debatte für sich selbst sachlich einzuordnen und fundierte Entscheidungen für Ihre eigene Anlage zu treffen.

Robo-Advisor vs. MSCI World: Unsere detaillierte Analyse im Überblick

Um eine Frage direkt vorwegzunehmen: Werde ich das Robo-Depot nach diesem Test auflösen? Vorerst nicht. Ich werde es parallel zu meinem eigenen DIY-Depot weiterführen. Zum einen ist es extrem spannend, zu beobachten, wie „die Profis“ das Portfolio steuern und auch, wie die Steuerbescheinigung aussieht und ob man diese zumindest grob nachvollziehen kann. Das ganze auch wenn ich bei so mancher Rebalancing-Entscheidung unweigerlich den Kopf schüttle oder denke: "ich blick' nicht durch". Denn zum anderen bin ich ein Pragmatiker: Solange es immer mal wieder rabattierte Gutscheine oder Prämien gibt, lässt sich damit fast schon garantiert eine Überrendite gegenüber dem reinen Markt erwirtschaften. Warum sollte ich darauf verzichten?

Unser Tipp für den optimalen Einstieg: Fangen Sie am besten direkt mit Teil 1 (dem Setup) an, um unsere Ausgangslage kennenzulernen. Selbst wenn Sie am Ende bei Ihrem eigenen ETF-Sparplan bleiben sollten – wir versprechen Ihnen, dass Sie Finanz-Dashboards und vergleichende Renditeversprechen danach mit völlig anderen Augen sehen werden.

Lesen Sie weiter: Altersvorsorgedepot 2026: Mehr Rendite ohne Garantiefalle – So nutzen Sie den Riester-Nachfolger richtig


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ÜBERSICHT

Finanzwissen einfach erklärt

„Robos lohnen sich nicht!“ – Wir testen selbst und ordnen ein

Altersvorsorgedepot 2026: Mehr Rendite ohne Garantiefalle – So nutzen Sie den Riester-Nachfolger richtig

Vom Sparer zum Mitbesitzer: Was ist eigentlich eine Aktie?

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Was ist der Freistellungsauftrag? Steuern sparen einfach erklärt.

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