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Geld & Finanzen

Niedrigere Roaminggebühren ab 30. April 2016

Letzte Etappe vor dem Ziel: Ab 30. April 2016 gelten innerhalb der EU neue Roaminggebühren - samt neuem Gebührenmodell. 2017 sollen die Auslandsgebühren schließlich ganz entfallen.


Roaminggebühren, das sind die Gebühren, die man zahlt, wenn man im Ausland per Handy telefoniert, surft oder SMS schreibt, und dabei zwangsläufig fremde Mobilfunknetze mitbenutzt. Reisende wurden hier in der Vergangenheit empfindlich zur Kasse gebeten. Seit 2007 gelten für Roaminggebühren in der EU jedoch Obergrenzen – und die werden seither schrittweise gesenkt.

Ab 30. April 2016 ist es wieder soweit. Auslandsreisenden dürfen dann EU-weit für abgehende Handyanrufe noch maximal 5 Cent pro Minute zuzüglich Inlandstarif berechnet werden; auf dem Handy eingehende Anrufe dürfen noch maximal 1 Cent pro Minute extra kosten. Pro SMS dürfen ab Ende April 2016 noch maximal 2 Cent auf den Inlandstarif aufgeschlagen werden, und für mobiles Surfen höchstens 5 Cent pro Megabyte Datenvolumen.

Was ist dabei zu beachten?

Zwei Dinge. Erstens: Dies sind die Netto-Roaminggebühren. Hinzu kommt jeweils noch die nationale Mehrwertsteuer. In Deutschland wären das bei 19 Prozent Mehrwertsteuer ab 30. April 2016 runde 6 Cent Roaminggebühren für abgehende Anrufe, zwischen 1 und 3 Cent für eingehende Anrufe bzw. SMS, und nochmals 6 Cent pro Megabyte beim mobilen Surfen. Der Mehrwertsteuerrechner zeigt, welche Roaminggebühren Sie ab Ende April 2016 bei anderen Steuersätzen erwarten.

Zweitens: Das Roaminggebühren-Modell ändert sich dadurch ab 30. April 2016 grundlegend. Bisher stand der Begriff Roaminggebühren für den Gesamtpreis für Handytelefonate, SMS oder mobiles Surfen im Ausland. Der lag zuletzt bei maximal 19 Cent für getätigte Anrufe, 5 Cent für eingehende Anrufe, 6 Cent für SMS, und 20 Cent pro Megabyte beim mobilen Surfen (ohne MWSt.) Ab 30. April 2016 stellen die Roaminggebühren hingegen eine Zusatzgebühr zum normalen Handy-Inlandstarif dar. Je nach Inlandstarif könnte dies dazu führen, dass die Handynutzung im EU-Ausland für manche Mobilfunkkunden zunächst nicht wesentlich günstiger wird. Teurer allerdings auch nicht, denn für die Gesamtkosten (neue Roaminggebühren plus Inlandstarif) gelten weiter die bisherigen Obergrenzen von 19, 5, 6 bzw. 20 Cent.

Wie geht es weiter?

Mit dem neuen Roaminggebühren-Modell startet 2016 die letzte Etappe vor dem Ziel. Denn zum 15. Juni 2017 sollen die Roaminggebühren EU-weit endgültig und ganz entfallen, sodass im Inland wie im Ausland jeweils nur noch die nationalen Handytarife gelten. In Deutschland wird das genau rechtzeitig zu den Sommerferien sein, in die am 22. Juli 2017 als erste Bundesländer Bremen und Niedersachsen starten.

Bitte beachten Sie: Die neuen Roaminggebühren gelten nur innerhalb der EU. Wer außerhalb der EU reist, den erwarten auch nach April 2016 ggf. wesentlich höhere Gebühren. Hier deshalb noch ein paar praktische Tipps, wie Sie auf Reisen und im Urlaub mit dem Handy Roaminggebühren sparen können – weltweit.

Lesen Sie weiter: Europäische Zentralbank: Leitzins sinkt auf 0,00 Prozent


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